Demo Dortmund am 18.10.2020

Demo Dortmund am 18.10.2020

Die Demonstration in Dortmund war in meinen Augen überschattet von den anmaßenden Handlungen der Polizei.
Erst wurde der Versammlungsort kurzfristig verlegt und dann mussten alle Teilenhmer eine Poliziekontrolle passieren. Hier wurden Maske bzw. Attest kontrolliert und Teilnehmer grundlos beschuldigt, ein ungültiges Attest zu haben. Viele Masken, die z.B. aus Netzstoff waren, wurden nicht zugelassen.

Bei dem Marsch selber mussten die Menschen mit Attest auf Anordnung der Polizei im Bereich hinter dem Banner laufen. Dort durfte sich niemand mit Maske aufhalten. Dies sorgte für einigen Unmut und wurde auch von einigen Teilnehmern boykottiert.
Als der Zug bereits in Bewegung war, nutze die Polizei die Gunst der Stunde, um eine Frau zu schikanieren. Sie trug eine gehäkelte Maske und drängte sich trotz Verbot der Polizei auf den Versammlngsplatz, da es in keiner Verordnung eine Angabe gibt, aus welchem Material die Maske zu sein hat.
Dies konnten die Beamten natürlich nicht tolerieren und suchten einen Grund, die Demontrantin festzuhalten. Dabei viel ihr Blick auf einen Judenstern, im dem “impffrei” steht. Lt. Aussagen der Polizei sei dies verboten und sie müsse den Anhänger entfernen. Nachdem sie sich zunächst weigerte, entfernte sie diesen dann und stecke ihn ein. Auch das reichte der Polizei nicht und forderten die Herausgabe und drohten ihr eine körperliche Untersuchung an. Dabei machten sie klar, dass dies nicht auf die freundliche Art geschehen würde.
Völlig überfordert von der Situation überlies sie den Beamten den Stern. Ihrer Begleiterin wurde während dessen untersagt zu filmen, mit der Androhung, das Handy zu beschlagnahmen.

Für die Polizei ein Armutszeugnis. Sich stürzen sich auf die Schwachen und spielen ihre vermeindliche Macht aus. Mir ist klar, dass dies nicht auf alle Polizisten zutrifft. Leider sind es aber sehr viele, auch abhängig von der jeweiligen Stadt.

Dazu passte die Rede von Bert, dem blinden Mann aus Wuppertal, der auch schon “das Vergnügen” der grundlosen, staatlichen Gewalt hatte. Das Video hierzu ist den meisten bestimmt bekannt.
Er verglich die derzeitige Ausgrenzung Behinderter und Kranker, zu denen er ausdrücklich die mit Attest zählte, mit der Apartheit, als die Schwarzen im Bus hinten und die Weißen voren saßen. Er appelierte nochmals an alle, besonders an die Uniformträger, dass man Menschen eine Behinderung nicht ansehen müsse und es viele gute, aber unsichtbare Gründe gibt, warum jemand nicht in der Lage ist eine Maske zu tragen.

Bis auf diese Begebenheiten war es eine schöne, friedliche Demonstration. Die Stimmung und der Zusammenhalt unter den Teilnehmern ist jedes mal wieder toll.

Da mir im Anschluss an die Demo aufgrund meiner Maskenbefreiung der Besuch einer italienischen Restaurantkette am Platz verwehrt wurde und eben dieses Restaurnt aus dem gleichen Grund eine Frau die Notdurft verweigerte, wird diese Demo für mich immer mit der Diskriminierung in Verbindung bleiben, die ich die ganze Zeit für die Besitzer eines Attestes sehe und gesehen habe.
Nicht umsonst trage auch ich einen Judenstern. Auf meinem steht: “Mit Attest von der Maskepflicht befreit”. Das Tragen eines Judensternes ist in Deutschland übrigens nicht verboten und auch kein Anzeichen dafür, das man den Holocaust leugnet oder verharmlosen möchte. es ist eine bewusste Provokation, die zum Nachdenken anregen soll. Denn auch damals begann es mit einer Ausgrenzung und einer Armbinde…

Hier ein LIve-Stream der kompletten Demo:

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